Arno Fischer erhält für sein Lebenswerk den Hannah-Höch-Preis 2010 (Kunstpreis des Landes Berlin). Fischer, 1927 geboren, gelang mit dem Projekt “Situation Berlin” (1953-1960) ein großer Wurf. Heute gilt die Arbeit als der bedeutendste fotografische Beitrag über die Teilung Berlins in der frühen Nachkriegszeit. Fischers Bilder, zu denen auch Mode- und Reisefotografien gehören, sind komplex strukturierte, sinnbildhafte Einzelbilder. Sein Interesse gilt dem Zustand der Gesellschaft, der Beziehungen der Menschen untereinander und der existentiellen Verfassung des Einzelnen. Arno Fischer ist in der Welt der Fotografie seit langem eine Instanz und so berufen sich heute Fotografen aller Generationen auf ihn.
Der Ausstellungskatalog zeigt die Vielfalt von Fischers Oeuvre. Die Gestaltung nutzt und bricht zugleich die Strenge der einzelnen Fotografien, die ungewöhnliche Typografie reflektiert die Radikalität des Werks. Speziell gemischte Druckfarben ermögliche eine den Arbeiten besonders angemessene Widergabe von Schwarz-Weiß-Fotografie im Druckverfahren.